Eine wenig Zeitaufwändige und effektive Art, Pflanzen zu konservieren ist das Trocknen. Wenn du ein paar Dinge beachtest, kannst du hier fast nichts falsch machen und erzielst ein gutes Ergebnis.

Wofür kann man getrocknete Pflanzen nutzen?

Hauptsächlich verwende ich getrocknete Pflanzen in der kalten Jahreszeit, wenn ich die Kräuter nicht frisch aus dem Garten holen kann, zum Würzen in der Küche, für heisse Aufgüsse oder zum Räuchern. Öle und Tinkturen stelle ich lieber aus den frischen Pflanzen her. Wer sich darin versuchen möchte, ätherische Öle herzustellen, greift für das eine oder andere Kraut ebenfalls eher auf die getrocknete Variante zurück.

Vorbereitung

Über den Erntezeitpunkt, die Verwendung welcher Pflanzenteile und die Verarbeitung habe ich auf der Site Pflanzen konservieren bereits einiges beschrieben.

Robustere Pflanzen wasche ich und lasse sie auf einem Baumwolltuch antrocknen. Feine Blüten, wie z.B. Holunder- oder Baldrianblüten, wasche ich nicht. Dennoch ist darauf zu achten, dass Insekten oder unerwünschte Pflanzenteile oder Erde sorgfältig entfernt werden.

Wenn die Pflanzen leicht zu verwechseln sind, wie hier der Oregano vulgaris und Oregano hot & spicy lege ich schon jetzt eine Beschriftung dazu.

Trocknen

Um die Reichhaltigkeit der Bestandteile während dem Trocknen möglichst hoch zu erhalten, sollte man die Pflanze im Ganzen trocknen – also nicht bereits vor dem Trocknen zerkleinern. Durch schonendes und langsames Trocknen, auf möglichst natürliche Art, bleiben die Wirkstoffe und der Geist der Pflanze am Besten erhalten.

Ist das Kraut ausreichend angetrocknet, binde ich es, sofern es möglich ist, als Strauss zusammen und bringe eine Beschriftung an. Dann hänge ich es an einem trockenen und dunklen Ort auf.  Gerade beim Trocknen ist die feuchtigkeitsfreie Umgebung ausschlaggebend für ein gutes Ergebnis.

Besonders bei dieser Methode ist es wichtig, das gewaschene Kraus auf einem Handtuch antrocknen zu lassen. Wenn man es zu feucht zu einem Strauss bindet, so bildet sich schnell Schimmel wo die Stengel durch die Bindschnur zusammengedrückt werden.

Da das Kraut sich beim Trocknen zusammenzieht, überprüfe immer wieder einmal, ob die Bindschnur noch festsitzt. Ich binde die Sträusse immer derart, dass ich die Bindschnur durch eine Lasche ziehe, so kann ich auf einfache Weise festziehen.

Hier verbleibt das Kraut, bis es vollständig durchgetrocknet ist. Übe dich in Geduld und warte lieber ein paar Tage länger. Es wäre schade, wenn das schöne Kraut schlussendlich in seinem Aufbewahrungsgefäss verschimmelt, weil du es zu früh aus dem Trockenvorgang genommen hast.

Feine Blüten, Pflanzenstiele mit Blüten, die sich gern lösen – wie z.B. Pulmonia officinalis – oder auch Blätter trockne ich auf Papptellern, auf die ich möglichst ungebleichte oder wenigstens ohne Chlor gebleichte Küchentücher lege. Hier ist es wichtig, dass man vor allem in der Anfangszeit täglich nach dem Kraut schaut und es bewegt, so dass durch zu dicht aufeinanderliegende Pflanzenteile kein Schimmel entstehen kann.

Auf die Teller lege ich eine Beschriftung und stelle auch diese in einen dunklen und trockenen Raum.

Bei beiden Trockenmethoden achte ich darauf, dass der Trockenort möglichst strahlenarm ist, also nicht gerade neben dem Internetrouter mit WLAN oder ähnlichem. Dies, damit der Geist der Pflanze sich weiterhin wohlfühlt und auch während dem Trocknen bei der Pflanze verweilt.

Sind die Pflanzen vollständig durchgetrocknet, zerkleinere ich sie.

  • Bei kleinblättrigen Pflanzen nehme ich die Blätter vom Stiel
  • Grosse Blätter zerkleinere ich, indem ich sie vorsichtig zwischen den Fingern etwas zerreibe
  • Bei Blüten verfahre ich ebenso, kleinere lasse ich ganz, grössere zerkleinere ich vorsichtig zwischen den Fingern
  • Rinden breche ich in die gewünschte Grösse
  • Bei Wurzeln muss ich dann doch zu einem Messer greifen, um sie in die gewünschte Grösse zu bringen

Nun sind die getrockneten Pflanzen bereit für ihr Aufbewahrungsgefäss.

Aufbewahrung

Der richtige Aufbewahrungsort ist eminent wichtig um die Reichhaltigkeit der Pflanze auf lange Zeit zu bewahren. Warum sich die ganze Mühe machen, wenn man durch falsche Aufbewahrung die Wirksamkeit oder den Geschmack der Kräuter verdirbt.

Zu beachten ist das Material der Aufbewahrungsgefässe. Verwende hier keinen Kunststoff, denn dieser neutralisiert die ätherischen Öle der Kräuter. Glas-, Stein-, Keramik- oder Holzgefässe sind empfehlenswert.

Ausserdem sollten die Gefässe luftdicht abschliessen, damit Geruch und Geist der Pflanzen erhalten bleibt. Die getrockneten Pflanzen sollten dunkel gelagert werden.

Selber habe ich mich für Keramikgefässe mit Holzdeckel entschieden. Da Keramik kein Licht durchlässt, muss ich nicht darauf achten, dass die Aufbewahrungsgefässe an einem dunklen Ort stehen. Der Holzdeckel hat einen Gummiring, wodurch die Gefässe luftdicht sind.

Die Regale rechts im Bild stehen im Eingangsbereich. Besucher haben nun das Gefühl, sie kommen in eine alte Apotheke, wenn sie hereintreten. 🙂 Das untere Regal ist noch ziemlich neu, damit ich Platz für neue Kräuter habe. Die Gefässe der weiteren Regale, die in der Wohnung verteilt sind, habe ich inzwischen bereits mit Schätzen aus Natur und Garten gefüllt.

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